Kryptowährungen und Steuern

Keine Gewähr

Vorab möchten wir Sie noch einmal darauf hinweisen, dass wir für die folgenden Informationen keine Gewähr übernehmen können. Trotz größter Sorgfalt bei der Recherche bleibt festzuhalten, dass wir keine Steuerberater sind. Wir möchten Ihnen mit diesem Beitrag einige Informationen liefern, empfehlen Ihnen aber trotzdem einen Steuerberater um Rat zu bitten.

Die folgenden Tipps beziehen sich auf Investition von Privatpersonen.

Steuerfrei nach Haltefrist

Wir starten mit einer guten Nachricht! Gewinne aus Kryptowährungen sind steuerfrei, sofern diese länger als 1 Jahr gehalten wurden. Entscheidend ist hierbei, dass Sie nachweisen müssen, dass Sie die Kryptowährung wirklich so lange besitzen. Wie das geht, erklären wir Ihnen im Folgendem.

Erträge aus den gehaltenen Kryptowährungen sind von dieser Regelung allerdings nicht betroffen.

 

Steuerlast mindern durch Verluste

Ebenfalls können Sie davon profitieren, dass Sie Verluste geltend machen dürfen. Das bedeutet, dass aus Veräußerung entstandene Gewinne durch Verluste geschmälert werden können. Die Steuerlast kann so gemindert werden.  

Anrechenbar sind nur realisierte Geschäfte. Buchverluste oder -gewinne sind nicht anrechenbar.

Hinweis: Die Verluste können nur mit anderen Krypto-Geschäften verrechnet werden. Ihre sonstigen Einkünfte lassen sich dadurch nicht mindern.

 

Wie sieht es beim Staking, Mining oder Lending aus?

Wie die steuerliche Situation rund um das Staking oder Lending aussieht, ist bis jetzt nicht einheitlich geregelt. 

Generell sind Profite aus Mining oder Staking als Erträge aus bestehenden Kryptowährungen zu sehen. Eine Anschaffung im klassischen Sinne liegt hier nicht vor, weshalb die klassische Haltefrist hier höchstwahrscheinlich keine Anwendung finden kann.

Einige Experten verweisen hier auf eine Haltefrist von 10 Jahren.

Aufgrund der unklaren Rechtslage empfehlen wir Ihnen gerade in diesem Bereich ausdrücklich, einen Experten zu Rate zu ziehen.

 

Krypto zu Krypto Trades

Wenn Sie innerhalb eines Jahres zwischen Kryptowährungen hin und her wechseln, muss jeder Trade einzeln betrachtet werden. Werden Gewinne realisiert, fallen Steuern an. Es wird also nicht zwischen Krypto-Krypto und Krypto-Euro Transaktionen unterschiedenen.

 

Besteuerung von Airdrops oder Giveaways

Entscheidend, ob hier eine Steuer fällig wird oder nicht, ist die Frage, ob Sie eine Gegenleistung für die erhaltenen Kryptowährung erbringen mussten.

Sofern dies nicht der Fall ist, handelt es sich um eine Schenkung, die bis zu einer Höhe von 20.000€ steuerfrei ist.

Fälle, bei denen eine Gewinnerzielungsabsicht zu erkenn ist, würden nicht als Schenkung gelten. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie “professionell” an Airdrops teilnehmen, indem Sie z.B. in sozialen Netzwerken sehr aktiv nach Möglichkeiten suchen und mit System vorgehen.

 

 

Wie kann ich Belege erbringen?

Sie fragen sich natürlich, wie Sie am unkompliziertesten Ihre Gewinne und Verluste offenlegen können. 

Am leichtesten können Sie Ihre Krypto Historie nachweisen, sofern Sie auf öffentlichen, seriösen Börsen handeln. Hier wären z.B. Coinbase, Kraken oder Binance zu nennen. Bei diesen Börsen haben Sie Ihren Kauf und Verkaufszeitpunkt gegeben. Somit ist eine Dokumentation sehr einfach und Sie können die Haltefrist von einem Jahr leicht nachweisen.

Schwieriger gestaltet es sich, wenn Sie Ihre Kryptowährung “off-market” erworben haben, das heißt ohne Verwendung einer Börse. 

Glücklicherweise spielen Ihnen hier die Hauptcharakteristika der Blockchain in die Karten. Durch die Transparenz und Fälschungssicherheit können Sie die Nachweise im Ernstfall über die Blockchain erbringen. 

In der Praxis können Sie hier Ihre public Adress ans Finanzamt übermitteln, dass, sofern es denn möchte und kann, eine Überprüfung vornehmen könnte.

 

 

Muss ich einen Kauf oder meinen Bestand melden?

Hier lautet die Antwort schlicht und einfach: Nein! Das Finanzamt interessiert es nicht, wenn Sie eine Kryptowährung kaufen. Nur, sobald beim Verkauf steuerpflichtige Erträge anfallen, müssen Sie das angeben.

 

 

Derivate auf Kryptowährungen

Hier finden die klassischen Besteuerungen aus der Finanzwelt Anwendung. Bei Produkten wie CFDs handelt es sich um Derivate, die lediglich den Preis eines Underlyings, in diesem Fall einer Kryptowährung, darstellen. Hier würde die Besteuerung mit Hilfe der Abgeltungsteuer vollzogen werden.

Trennen Sie klar zwischen “echtem” und derivativen Portfolio.

 

 

Welcher Steuersatz fällt an?

Sofern Ihre Haltefrist weniger als ein Jahr beträgt und Sie außerdem Ihre Freibeträge ausgeschöpft haben, fallen auf den Handel mit Kryptowährungen Steuern an. 

Im Gegensatz zum Aktienhandel fällt hier nicht die Abgeltungssteuer an, sondern Ihr persönlicher Steuersatz.

 

 

Keine Steuer fällig - trotzdem Steuererklärung abgeben?

In einigen Fällen kann es Sinn machen, eine Steuererklärung zu erstellen, obwohl keine Steuern anfallen. Grund dafür ist, dass Sie sich dadurch im Nachhinein einigen Ärger ersparen können.

Wenn Ihr Finanzamt beispielsweise einige Jahre später Nachfragen zu Ihren vergangen Gewinnen tätigt, kommen Sie schnell in eine ungünstige Position. Auch wenn Sie vollkommen legal gehandelt haben, müssen Sie Ihr damaliges Vorgehen belegen können.

Wenn Sie  in der Vergangenheit die Gewinnen allerdings angegeben haben, können Sie sich jederzeit darauf berufen. 

Etwas anzugeben, bedeutet nicht, dass Sie darauf Steuern zahlen müssen. Sie können sich so aber bestätigen lassen, dass Ihre Gewinne steuerfrei sind und das Finanzamt bei Rückfragen einfach auf Ihre vergangene Steuererklärung hinweisen.