Grundlegende Einordnung

Zunächst einmal sind die Wallets grundsätzlich in sog. Hot Wallets und in sog. Cold Wallets zu unterscheiden.

Hot Wallets

Ein Hot Wallet ist wohl die unkomplizierteste, aber auch die unsicherste Art, seine Coins aufzubewahren. Fast alle Kryptobörsen bieten auch eine eigene Wallet als Serviceleistung an. Diese macht es sehr einfach und bequem, die Geschäfte auf der jeweiligen Plattform online zu organisieren. Der Nutzer muss sich um nichts kümmern, jedoch birgt diese Variante der Aufbewahrung einige Risiken. Der Zugang zu der Kryptowährung ist in diesem Fall vollständig auf Servern der Plattformen (Exchanges) gespeichert und es muss darauf vertraut werden, dass diese nicht mit den Anlagen "durchbrennen".

Zudem gab es in der Vergangenheit Angriffe auf Exchange-Plattformen. Dabei ist jedoch zuzugeben, dass bei großen und seriösen Börsen – wie z.B. Binance – dieses Risiko als eher gering einzuschätzen ist. Man muss sich diesem Risiko jedoch stets bewusst sein. Auch muss man sich vor Augen halten, dass der Nutzer häufig keinen Überblick über seine Private Keys hat und somit keine Kontrolle über seine Coins!  

Nützlich ist ein Hot Wallet nur dann, wenn die Coins sehr kurzfristig gehalten und bspw. einige Stunden später wieder verkauft werden sollen (Day Trading). Dann werden Transaktionskosten und Auszahlungsgebühren gespart.

Als Hot Wallet bezeichnet man grundsätzlich alle Formen von Key-Lagerungen, bei denen auf sekundäre Dienste zugegriffen und eine Verbindung zum Internet von Nöten ist. Das Trust Wallet von Binance ist u.a. ein solches Hot Wallet. Es gibt allerdings auch andere unabhängige Software Wallets wie z.B. Electrum oder BitGo. Auch solche Wallets wie MyEtherWallet oder Exodus.io, bei denen die Private Keys auf dem Computer des Nutzers verbleiben, sind letztlich unter diesen Begriff zu subsumieren, da der Computer des Nutzers selbst online ist und somit auch potentielles Ziel eines Hackerangriffs sein kann.

Zusammenfassend ist also festzustellen, dass eine dauerhafte Nutzung einer Hot Wallet nicht empfehlenswert ist.

Cold Wallets

Ein Cold Wallet ist das Gegenteil zu einer Hot Wallet. Hier werden die Coins offline gespeichert. Die Vorteile gegenüber einer Online-Aufbewahrungen liegen auf der Hand: Die Sicherheit wird deutlich erhöht.

Wo an Sicherheit dazu gewonnen wird, leidet jedoch häufig die Benutzerfreundlichkeit. Modernen Services ist dieser Spagat allerdings gut gelungen. Dienste, wie z.B. Ledger, punkten mittlerweile sogar mit einem sehr unkomplizierten Design und einer einfachen Bedienung. 

Die Verwendung eines solchen Wallets ist unbedingt zu empfehlen. Selbst, wenn die Anschaffung mit Kosten verbunden sein kann, sollte bereits ab einem geringen Anlagebetrag eine Cold Wallet verwendet werden.

 Folgende Wallets lassen sich in die Kategorie der Cold Wallets einordnen:

 
 

Hardware Wallets

Zunächst sind sog. Hardware-Wallets in die Kategorie der Cold Wallets einzuordnen. Diese sehen i.d.R. optisch aus wie herkömmliche USB-Sticks. Allerdings täuscht dieser erste Eindruck, denn in diesen „USB-Sticks“ befindet sich ein leistungsstarker (Miniatur-)Computer. Dieser Mini-Computer ist in der Lage, die Private und Public Keys selbstständig herzustellen.

Eine Hardware-Wallet ist damit ähnlich wie eine Computer-Wallet zu betrachten, nur besteht der Unterschied darin, dass die Hardware-Wallet nicht mit dem Internet verbunden wird. Der Private Key wird also unmittelbar auf der Hardware-Wallet erzeugt und wird diese auch nie mehr verlassen. Sie sind also nicht extern angreifbar, sodass diese Geräte auch vor Computer-Viren, Trojanern oder Phishing-Attacken sicher sind. Daher gelten Hardware-Wallet als besonders sicher. Niemand kann bösartige Software auf ihnen installieren/ausführen und sie sind von Dritten nicht einseh- oder beeinflussbar. Bei der Auswahl ist jedoch stets darauf zu achten, dass die Original-Hardware – und nicht eine modifizierte – genutzt wird.

Bei der Anschaffung eines solchen Gerätes fallen zunächst selbstverständlich gewisse Kosten an. Diese sind jedoch mittlerweile erheblich gesunken.

Beispiele: Trezor, Ledger Nano S

Hier eknnHt man ein Hradware Wallet der Mark Ledger Nano S.
 

Desktop Wallets

Eine Desktop-Wallet befindet sich auf dem Computer des Nutzers. Die Keys werden dabei auf der Festplatte des Computers gespeichert. Auf dem Computer des Nutzers wird dafür eine Software installiert, durch die dieser den Zugang zu den Daten auf einem Konto für Kryptowährungen erhält. Die Desktop-Wallets gehören grundsätzlich zu einer der sichersten Verwahroptionen im Bereich der Offline-Wallets. Allerdings gilt dies nur, wenn auch der Computer an sich geschützt ist. 

Hier ost ein Desktop zu erkennen. Es ist symbolisch für ein Desktop Wallet.
 

Mobile Wallets

Betrachtet man eine Alltagssituation, in der mit Bitcoins bezahlt werden soll, sind die vorgenannten Wallet-Arten als eher unbrauchbar einzustufen. Hier können sich sog. mobile Wallets als vorteilhaft erweisen. Bei diesen wird die Software als eine App auf das mobile Endgerät (z.B. das Smartphone) des Nutzers geladen. Diese App verwaltet den Private Key direkt in der Software. Dadurch können die Zahlungen unkompliziert – meist durch das Einscannen eines QR-Codes – durchgeführt werden. Die nutzerfreundliche Mobilität dieser mobilen Wallets ist jedoch spiegelbildlich auch zugleich deren größter Nachteil: Wird das mobile Endgerät gestohlen oder geht es verloren, hat der Nutzer zunächst einmal keinen Zugriff mehr auf die darauf gespeicherten Keys. Diesem Problem kann i.d.R. jedoch dadurch begegnet werden, dass ein verschlüsseltes Backup der Daten angefertigt wird, welches bei einem Verlust der Wallet aktiviert werden kann.

Beispiele für mobile Wallets sind Coinomi oder Xapo.

In dieser technischen Grafik ist ein Smartphone zu erkennen, auf dem ein Mann herumläuft. Das Handy ist deutlich überproportioniert. Auf diesem ist ein mobile Wallet.
 

Paper Wallets

Eine sehr simple Variante einer Wallet ist die sog. Paper-Wallet. Hierbei wird (i.d.R. von einem Online-Anbieter), eine Druckvorlage für ein Stück Papier generiert, welches einen QR-Code für die Public Adress enthält. Ein weiterer QR-Code beinhaltet dann den Private Key. Paper-Wallets sollten vom Nutzers ausgedruckt und an einem besonders sicheren Ort (z.B. feuerfest verpackt im Tresor) aufbewahrt werden. Ein Vorteil dieser Wallet Art ist natürlich, dass diese zu 100% offline funktioniert, sodass ein Hacker-Angriff oder andere Attacken unmöglich sind. Allerdings ist die Gefahr des Verlustes der Wallet und damit des Verlustes des Private Keys relativ hoch. Anders als eine zerstörte Hardware-Wallet, die gegebenenfalls durch die Anwendung (teurer) digitaler, forensischer Methoden wiederhergestellt werden, ist dies bei Paper-Wallets deutlich schwieriger bzw. zum Teil auch unmöglich. Allerdings ist es mittlerweile auch möglich, Paper-Wallets aus Metall zu verwenden, bei denen das Schlüsselpaar auf Edelstahl eingraviert wird.

Für die Bezahlung mit Bitcoin im Alltag ist eine Paper-Wallet allerdings ungeachtet dessen vollkommen ungeeignet.

Für Bitcoin kann z.B. auf Bitaddress.org oder Walletgenerator.net ein Paper Wallet erstellt werden.

Hier ist ein Blatt Papier zu erkennen.
 

Brain Wallets

Die wohl wahrscheinlich sicherste Form eines Wallets wäre wohl, den Private Key zunächst auf ein Paper-Wallet aufzuschreiben, sich diesen einzuprägen und anschließend das Paper-Wallet zu zerstören. Allerdings muss man hierbei berücksichtigen, dass das Risiko, die 40-stellige Zeichenfolge von Zufallszahlen und Buchstaben zu vergessen, sehr hoch ist. 

Hier erkennt man ein Gehirn. Es ist sehr hochauflösendet dargestellt und durch Farben gepimpt.